In diesem Artikel geht es um den Raum Flow – den leichten Weg, Ordnung zu halten.
Ich möchte dir zeigen, warum es dabei nicht um „ordentlich sein“ geht, sondern um etwas viel Tieferes.
Um Energie, Bewegung und um das Zusammenspiel von dir und deinem Raum.
Darum, wie Leichtigkeit entstehen kann – wie das sanfte Ein- und Ausatmen einer frischen Brise Morgenluft, die durch dein Zuhause tanzt und alles wieder ins Fließen bringt.
Ordnung halten und Ausmisten sind heute zu den großen Themen beim Wohnen geworden.
Doch was führt dazu, dass wir so viel ansammeln?
Warum lässt uns die Werbung immer wieder glauben, dass wir erst vollständig wären, wenn wir noch dieses eine Ding besitzen – obwohl wir doch in einer Welt leben, wo alles vorhanden ist?
Warum fehlt es so oft an Wertschätzung für das eigene Wohnumfeld?
Und warum sind sterile Pinterest-Bilder zu einem Maßstab für „perfekte Ordnung“ geworden?
Im folgenden Text erzähle ich dir, warum Ordnung halten nichts mit Disziplin zu tun hat – sondern mit Energie.
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
- Ein Haus voller Dinge – und was es über uns erzählt.
Teil I – Die Wahrheit über Ordnung
- Warum wir keine statische Ordnung brauchen.
- Ordnung halten beginnt in dir – nicht im Außen.
- Wie Loslassen befreit.
- Annehmen, bevor du loslässt.
- Ankommen: Dein Zuhause will dich willkommen heißen.
Teil II – Ordnung halten leicht gemacht: Der Raum-Flow
- Planung als Fundament für Ordnung die bleibt.
- In 10 Schritten zu deinem Raum Flow.
- Ordnung halten heißt: im Fluss bleiben.
- Ein Haus voller Dinge – und was es über uns erzählt.

Vor vielen Jahren begleitete ich ein Projekt für eine Therapeutin, die ein Einfamilienhaus erbte.
Es sollte zu einem gemütlichen Wohlfühlort umgebaut werden.
Das Haus sah so aus, wie es damals oft gebaut wurde – alles auf einer Ebene – darunter noch einmal so groß der Keller und darüber in etwa gleich groß der Dachboden. Viele Häuser aus der Zeit der 70er – 80er Jahre des letzten Jahrhunderts waren so konzipiert. Riesengroße Keller und nicht ausgebaute Dachböden galten als normal.
Man nutzte die doppelte Fläche, in der man wohnte als sogenannten „Stauraum“. Dies hatte zur Folge, dass sich sehr viele Dinge ansammeln konnten, die nicht im Gebrauch waren. Ein großer Teil dieser Räume wurde so unbewusst „blockiert“.
Teil I – Die Wahrheit über Ordnung
- Warum wir keine statische Ordnung brauchen.

In diesem Haus wurde mir bewusst:
Wir brauchen keine statische Ordnung wie in einem Museum, sondern dynamische, lebendige Systeme mit gesunder Energie.
Gesunde Energie ist immer in Bewegung und steht niemals still. Wenn ein Gewässer stillsteht, wird es faulig und voller Algen. Wenn das Wasser quirlt und verwirbelt wird, ist es klar, frisch und lebendig.
Unser Leben ist ein Prozess, der sich permanent bewegt.
Nur Stillstand bedeutet Tod.
Der Zustand der perfekt aufgeräumten Wohnung, die immer gleich aussieht, existiert nicht. Es macht nicht glücklich, den 100ten Ordnungsratgeber zu studieren, wenn man im realen Leben nichts davon merkt. Pinterest und Instagram präsentieren uns dazu tagtäglich die tollsten Bilder mit cleanem Interior.
Ja, es ist nicht gesund die Wohnung vollzumüllen.
Ja, wir leben in einer kranken Konsumgesellschaft, die sich über materielle Dinge definiert.
Ja, es macht Sinn Altes loszulassen und Platz für Neues zu schaffen.
ABER
- Ordnung halten beginnt in dir – nicht im Außen.

Viele Menschen glauben, sie müssten nur oft genug aufräumen, aussortieren oder neu beginnen – und irgendwann bleibt alles dauerhaft schön. Doch eine Ordnung, die wirklich anhält, entsteht nicht im Außen. Sie beginnt in dir.
Am Ende ist es eine Sache der Energie, ob der leichte, geordnete Zustand auch anhält oder es nach kurzer Zeit wieder so aussieht wie vorher, Neues gekauft wird und alles von vorne beginnt.
Nicht einmal die Menge an Dingen, die du besitzt, entscheidet, wie leicht und frei du dich fühlst – sondern die Energie, mit der du lebst.
Aufräumen, Ordnung halten etc. ist daher eine Sache der inneren Haltung.
Wenn ich in meinem Inneren ein gesundes Konsumverhalten entwickelt habe und wenn ich gar nicht das Bedürfnis habe, Altes festzuhalten, dann entsteht wie von selbst ein dynamischer Fluss, wo sich kein Stau bilden kann.
Und da muss es nicht immer pikobello aufgeräumt sein. Da dürfen ein paar Sachen herum liegen. Denn das nennt sich LEBEN. Sonst wäre es ja ein Museum.
Ganz ehrlich: Ich selbst bin ordentlich, weil ich zu faul bin aufzuräumen.
Ich spare mir dadurch viele Stunden an Zeit, die mir zu kostbar ist.
Es ist meine LEBENSZEIT.
Meine Schubladen werden nie unordentlich, weil sie ein System haben. Daher brauche ich sie auch nie aufzuräumen. Ich kaufe mir nicht ständig neue Sachen und habe daher auch Platz. Mehr ist es nicht! Da gibt es keine Anstrengung oder dauernd das Gefühl ausmisten zu müssen. (naja ..fast)
Wenn alles im Fluss ist, dann sind es auch wir. Wir fühlen uns lebendig, inspiriert und empfinden Freude. So entsteht keine Erschöpfung, man brennt nicht aus, weil das ganze System gesund funktioniert.
Ordnung halten ist also kein Tun, sondern zuerst ein Zustand in dir selbst.
- Wie Loslassen befreit.

Aber wie kommt man in diesen gesunden, dynamischen Energiefluss, wo alles so leicht geht? Die gute Nachricht: Es liegt in dir.
Fähigkeiten, wie Loslassen, liegen in uns selbst. Wenn ich gut loslassen kann, dann brauche ich nichts zu horten – aus Angst etwas zu verlieren.
Frage dich:
- Was hindert dich daran Dinge loszulassen?
- Welche Gefühle verdeckst du mit dem Kauf neuer Dinge?
- Was würdest du mit dem frei gewordenen Raum tun?
- Was würdest du mit der frei gewordenen Zeit anfangen, wenn du nicht dauernd aufräumen musst?
- Wie würde es sich für dich anfühlen, wenn du jeden Tag Leichtigkeit spürst? Wie würdest du atmen – tiefer, bewusster?
- Und wie würdest du dich fühlen, wenn der Raum nicht nur leichter wäre, sondern ganz auf dich abgestimmt, ästhetisch und hochwertig?
Wenn es zu vollgeräumt ist, entsteht Bewegung schwerer, sie muss erst das ganze Gewicht in Schwung bringen.
Aber: Was nützt es aufzuräumen, auszumisten, wenn nach kurzer Zeit wieder alles nachgekauft wird und kein funktionierendes Ordnungssystem da ist? Dann wird es sehr bald wieder so aussehen wie vorher.
Deshalb geht es hier um einen inneren Zustand.
Das Zauberwort heißt: LOSLASSEN KÖNNEN.
Diese Fähigkeit führt nicht nur allgemein zu einem gesunden Leben und gesunden Beziehungen, sie erleichtert auch den RAUM-FLOW. Denn wenn ich immer alles festhalte, alles besitzen möchte und Angst habe, dass mir etwas genommen wird, dann wird kein Fließen entstehen, das Wasser wird faulig und abgestanden.
Warum erzähle ich das alles?
Als Innenarchitektin stehe ich mit vieler dieser Fragen tagtäglich in Kontakt. Da geht es nicht nur um Anordnung von Möbeln, sondern um Energie und um Bewegung.
Wie gut funktionieren die Bewegungsabläufe und die Abfolgen von Handlungen?
Wenn ein System richtig gut aufgebaut ist, dann erleben wir positive Gefühle – die Schwere geht weg und mit ihr die Belastungen des Alltags.
Deshalb ist es mir ein so großes Anliegen immer wieder zu hinterfragen:
„Was brauchst du wirklich in deinem Leben?“
So viele Möbelstücke sind voll mit Dingen, die nicht gebraucht werden. Sie schlucken Quadratmeter, die wir bauen, heizen, pflegen und bezahlen müssen. Das wiederum braucht unsere Zeit und Energie, die wir dafür hergeben – Tag für Tag.
Loslassen heißt nicht, dass alles perfekt wird.
Es heißt, dass du dich nicht mehr gegen den natürlichen Fluss stellst.
Dass du Vertrauen hast, dass alles bleibt, was zu dir gehört –
und alles andere sich verabschieden darf.
Man muss deshalb gar nicht zum Minimalisten werden – mir geht es hier mehr um den FLOW – den RAUM-FLOW, den leichten Weg zur Ordnung.
- Annehmen, bevor du loslässt.

Annehmen bedeutet, dass du das, was ist, akzeptierst.
Dass du dir erlaubst zu sagen: „Ja, gerade ist es unordentlich. Ja, es ist zu viel. Und ja, ich weiß vielleicht gar nicht, wo ich anfangen soll.“
Das ist kein Scheitern.
Das ist Bewusstsein.
Denn nichts verändert sich, solange wir dagegen ankämpfen.
Erst wenn du das Chaos nicht mehr ablehnst, kann es sich wandeln.
Vielleicht hat die Unordnung sogar einen Grund. Vielleicht hat sie dich eine Zeit lang beschützt – vor der Auseinandersetzung mit deinem Leben, vor Entscheidungen, vor Tempo.
Manchmal ist Unordnung nur ein Ausdruck davon, dass das Leben zu viel war.
Und das darf so sein!
Wenn du diese Realität annehmen kannst, verlierst du die Angst davor.
Dann wird das Chaos nicht mehr zum Feind, sondern zu einem Spiegel, der dir zeigt, wo etwas in Bewegung kommen möchte.
Annehmen heißt also nicht, dich abzufinden.
Es heißt, Frieden zu schließen – mit dem, was ist.
Und erst aus diesem Frieden heraus wird Loslassen möglich.
Nicht aus Druck, nicht aus Schuld, sondern aus einem stillen, tiefen Gefühl von:
„Ich bin bereit.“
- Ankommen: Dein Zuhause will dich willkommen heißen.

Menschen, die zuhause nicht angekommen sind, haben oft Unordnung, weil sie weniger Wertschätzung für ihre Räume empfinden. Sie sehen sie nicht als Teil ihrer Selbst.
Aber ein Zuhause, in dem du wirklich angekommen bist, fühlt sich anders an.
Er wird zu einem Gegenüber, zu einem Resonanzfeld, das dich trägt und beruhigt.
Es wird zu deinem größeren Körper. Und mit dieser Verbindung kommt auch Wertschätzung.
Teil II – Ordnung halten leicht gemacht:
Der Raum Flow
Ordnung oder Flow – welche Energie wählst du?
Ordnung kann sich nach Schwere, Pflicht und Druck anfühlen.
Raum Flow dagegen bedeutet: Selbstfürsorge, Klarheit und Freude.
Räume sind immer ein Spiegel unserer inneren Welt. Sie sind ein Abbild, ein Psychogramm.
Sie zeigen, wie wir leben, wie wir fühlen, wie wir denken.
Das Gute ist: Du kannst beides verändern – innen wie außen – und das eine wirkt immer auf das andere.
Stauraum oder Aufbewahrungsraum – auch Worte formen Energie.
Das Wort Stauraum verwende ich selbst kaum. Es trägt schon in sich, was es bewirkt: Stau. Und was sich staut, kann nicht fließen.
Ich spreche lieber von Aufbewahrungsräumen – wo Dinge bleiben dürfen, die wir lieben und wertschätzen – nicht, um sie festzuhalten, sondern um sie bewusst zu bewahren.
- Planung als Fundament – für Ordnung, die bleibt.
Warum gute Planung das Fundament für Ordnung ist, die für immer bleibt.

Ordnung ist kein Zufallsprodukt, sondern ein mitgedachtes System, das deinen Alltag erleichtert.
Richtig gute Systeme ermöglichen gesunde Bewegungsabläufe. Die Wege sind logisch und die Dinge zugänglich. Es muss nichts mehr „in Ordnung gebracht“ werden, weil Unordnung erst gar nicht entsteht.
Und genau da beginnt das, was ich Raum Flow nenne:
Ein Zuhause – in dieser ganz besonderen Stille, die nicht leer ist, sondern erfüllt.
Dazu bedarf es einer ganzheitlichen Sicht der Planung, wo man gezielt und fundiert seine Bedürfnisse herausfindet und diese in eine räumliche Sprache übersetzt.
Aber wie macht man das?
Wie baut man räumliche Systeme auf, wo alles im Fluss ist, sich nichts staut und eine gesunde Energie immerwährend fließt?
- In 10 Schritten zu deinem Raum Flow.
Schritt 1: Der Wille etwas verändern zu wollen.
Schritt 2: Eine gute, durchdachte Planung ist immer der erste Schritt.
Schritt 3: In welcher Energie möchtest du dich bewegen? Welche Bedürfnisse und Werte hast du in deinem Leben und wie kannst du sie in deinem Zuhause leben?
Schritt 4: Sensorische Überstimulation vermeiden – das richtige Reizniveau für sich selbst herausfinden – empfehlenswert ist ein mittleres Reizniveau an sensorischer Wahrnehmung – nicht zu viele Reize – nicht zu wenige.
Schritt 5: Stress rausnehmen – „ich muss aufräumen“ macht Druck.
Schritt 6: Gehwege immer freihalten
Schritt 7: „Form follows function“ – In der Planung immer von der Funktion ausgehen und danach das Design gestalten.
Schritt 8: Raumaufteilung in Zonen – Nutzungskonflikte beachten.
Schritt 9: Ordnungssyteme mit Kategorien – Gleiches zu Gleichem – Sortierhilfen – durchdachte Aufbewahrungslösungen – Prioritäten setzen nach Häufigkeit des Gebrauchs.
Schritt 10: Ein gesundes Konsumverhalten entwickeln – beobachte zuerst lange deine Bedürfnisse, bevor du etwas kaufst.
- Ordnung halten heißt: im Fluss bleiben.
Ordnung halten bedeutet nicht, dass alles immer gleich aussieht.
Manchmal wird ein Raum unruhig, weil in dir etwas in Bewegung ist.
Und manchmal spiegelt ein leerer Tisch einfach einen klaren Gedanken.
Beides gehört dazu.
Wirklich Ordnung halten heißt, dich selbst im Fluss zu halten.
Und immer wieder neu anzukommen, wo du gerade bist.
Noch mehr Inspiration findest du in meinem Slow-Living-Blog.
Lass es dir gut gehen! Bleib frei und gelassen!
Deine Christine
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